Gedanken über das Fliegenbinden

Es ist Winter und die Zeit des Fliegenbindens geht wieder los.

Bei der Durchsicht meiner Bindematerialien und dem Besuch der Angelmesse in Duisburg bin ich erschrocken, wie viel Bindematerial aus Kunststoffen bestehen – noch unschöner ist aber die Menge Blei, die man noch im Köfferchen hat.

Ich gebe zu, bisher war ich nicht wählerisch, weil ich dachte, dass so kleine Mengen Kunststoff nicht die Welt sind – aber je länger man darüber nachdenkt, umso komischer wurde mir bei dem Gedanken. Angler betiteln sich ja gerne als Naturschützer, nutzen aber fleissig Blei und Plastik um Fischen nachzustellen. Irgendwie passt das für mich nicht zusammen. Jedem Fliegenfischer reissen im Laufe der Saison einige bis sehr viele Filegen ab, die im Wasser oder in Bäumen hängen bleiben. Zusammengerechnet auf die Menge der Fischer, kommt da m.E. eine sehr große Menge Müll zustande, die nicht in und an die Gewässer gehört.

Ich werde in Zukunft auf jeden Fall 100% auf Blei verzichten und ich werde meine Plastik-Vorräte an Bindematerial nahezu komplett dem Recycling zuführen oder evtl. noch als Upcycling-Produkt nutzen.

Ich bin mir bewusst, dass ich dann einige Fliegen nicht mehr so schön binden kann – habe aber ein gutes Gewissen, wenn ich ans Wasser gehe und mir mal eine Fliege abreisst.

Wie in einem anderen Bericht geschrieben, bin ich kein Plastik-Feind, es gibt durchaus nützliche Dinge – aber ich habe etwas gegen Kunststoff, was nur eine kurze Lebensdauer hat – wie Kaffebecher und Fliegen 🙂

In Kürze werde ich hier eine neue Rubrik einfügen mit Fliegen und Bindeanleitungen, die komplett ohne Kunststoffe und Blei auskommen.

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